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  • Mein Name ist Martin Jakob (Jahrgang 1978) und ich lebe und arbeite in Pfedelbach. Beruflich bin ich als Jugendreferent für die Gemeinde tätig. Privat verbringe ich meine Zeit als Ehemann, Vater von zwei Töchtern und freiberuflicher Erlebnispädagoge ebenfalls meist an diesem schönen Fleckchen Erde im Süden Deutschlands. Darüber, was sich in Pfedelbach und meiner Arbeit tut, schreibe ich hier.

Drogen in Pfedelbach (2)

Es ist traurig aber wahr. Der erste Drogentote 2008 im Hohenlohekreis wurde am Samstag den 16. Februar in Pfedelbach aufgefunden. Der 24-jähriger Mann aus Bretzfeld starb in der Wohnung einer Bekannten in Pfedelbach an einer Überdosis.
Damit bestätigt sich, was ich schon 2006 während meines Sachstandberichtes im Gemeinderat über die Jugendarbeit in Pfedelbach sagte. Damals wurde ich von der Presse mit den Worten zitiert: “Ehemaliges Bauernkaff hat Probleme einer Stadt”. Sicher ist Pfedelbach noch keine Großstadt (mit 9.000 Einwohnern ja noch nicht einmal Stadt sondern “nur” Gemeinde) doch städtische Strukturen sind auch hier vorhanden. Und dazu gehört (leider) auch eineDrogenszene.

3 Stunden Arbeit sind genug

Zur Zeit lese ich ein Buch von Axel Braig mit dem Titel “Das Buch der Tugendlosigkeit - Warum es sich lohnt, faul, unpünktlich und unordentlich zu sein”. Zugegeben, ich habe mich spontan zum Kauf dieses Buches entschieden. Es stammt aus einem Wühltisch. Der Titel und der günstige Preis von 2,99€ haben mich zum Kauf verleitet.
Der Autor, ein Arzt für Allgemeinmedizin, schreibt über die differenzierten Sichtweisen von Tugenden und Werten. Er bleibt dabei recht oberflächlich, bringt aber immer wieder Aspekte ein, über die man schmunzeln oder zumindest einmal nachdenken kann.
So lautet ein Kapitel: Drei Stunden Arbeit sind genug. Laut Braig würde es ausreichen, wenn jeder Mensch 3 Stunden täglich arbeiten würde um seinen Lebensunterhalt sicherzustellen. Der Autor meint, bei entsprechender Prioritätensetzung könnte es sich unsere Gesellschaft leisten, dass alle viel weniger arbeiten würden, ohne dass sich irgend jemand den Vorwurf des Schmarotzertums gefallen lassen müsste. Diese Behauptung ist einerseits sehr abwägig, dennoch ist sicher die Frage zu stellen, ob wir heute nicht zu viel arbeiten anstatt unsere Familie, Freunde und die schönen Dinge des Lebens zu genießen?
Mal sehen was die nächsten Kapitel noch für Thesen und Anspielungen bereit halten. Interessant hören sie sich auf jeden Fall an. Unordnung, Unvernunft, Egoismus oder Unpünktlichkeit lauten sie.
Ich werde hier wieder berichten, wenn ich das Buch zu Ende gelesen habe, vorausgesetz ich bin dann nicht zu unvernünftig und egoistisch geworden.

Literaturnachweis:

Axl Braig, Das Buch der Tugendlosigkeit, Fischer Taschenbuchverlag 2004

Drogen in Pfedelbach (1)

In der Hohenloher Zeitung fand ich vor kurzem diesen Artikel über Pfedelbach:

Drogen (1)

Immer wieder stellen Erwachsene mir die Frage, ob ich glaube dass es in Pfedelbach eine Drogenszene geben würde? Ein klares JA! ist meine prompte Antwort darauf, was die meisten verblüfft. Sie wollen oder können es nicht glauben, dass es in “unserem schönen kleinen Pfedelbach”, das mit Teilorten gerade einmal 9.000 Einwohner hat, so etwas wie Drogen geben soll.
Mein klares und promptes JA! kommt deshalb so schnell und überzeugend über meine Lippen, da ich als Jugendreferent Einblicke in die Pfedelbacher Jugendszene habe. Somit bin ich recht gut über den aktuellen Stand im Bereich Drogenkonsum in Pfedelbach informiert. Auch wenn das manch Erwachsener oder Politiker nicht wahr haben will, in Pfedelbach gibt es eine Drogenszene. Sicher ist diese (noch) nicht mit der einer Großstadt wie Heilbronn oder Stuttgart zu vergleichen.
Doch wenn ich mich mit Jugendlichen unterhalte, und wir über das Thema Drogenkonsum sprechen, bekomme ich als Statement zu hören: “In Pfedelbach kriegst du alles was du willst, kein Problem!” Und solche Aussagen komme von 14 - 18-jährigen Jugendlichen.

Ich weiß nicht wer die beiden jungen Männer aus dem Presseartikel sind, noch ob es sich dabei um Pfedlbacher Bürger handelt. Doch ich weiß genau, dass es Pfedelbacher sein und ich sie durchaus kennen könnte.

Was also tun gegen den Konsum von Drogen in Pfedelbach? 

          -  Mehr Polizei?
          -  Mehr Drogenaufklärung an Schulen?
          -  Härtere Strafen für Dealer und Konsumenten?
          -  Eine Drogenberatungsstelle in Pfedelbach einrichten?

All das sind Vorschläge und Ideen die sicher nicht schlecht sind. Ich vertrete jedoch auch noch einen anderen Ansatz: Mehr echte Beziehungen in Familien und Gesellschaft. Beziehunhen die tragfähig sind und von echter Liebe, Wertschätzung und Vertrauen geprägt sind. Mehr Eltern die mit ihren Kindern echte Zeit verbringen. Zeit die geplant und sinnvoll genutzt wird, nicht Zeit in der alle einfach nur zusammen sind. Ich glaube, dass die Grundlagen für feste Beziehungen, und somit für ein starkes Selbstwertgefühl, in der Kindheit gelegt wird. Dieses Selbstwertgefühl, und die damit verbundene Selbstsicherheit, sind aus meiner Sicht wesentlich mitentscheidend dafür, wie Jugendliche mit Drogen umgehen. Ich schreibe hier ganz bewusst “umgehen” und nicht  “ob sie Drogen nehemen oder nicht”. Unsere Kinder, auch meine eigenen, werden früher oder später mit Drogen in Kontakt kommen. Ich werde dann mit Sicherheit nicht dabei sein und meine Kinder davor schützen können. Wenn es soweit ist, muss ich einen Großteil meiner “Arbeit” bereits getan haben, nämlich in meinen Kindern so viel Selbstvertrauen und Selbstsicherheit hervorgebracht haben, dass sie dann NEIN! sagen können.

Weitere Informationn zum Thema Drogen finden sie hier!

Jugendkriminalität

Auf YouTube habe ich einen Interessanten und lustigen Beitrag zum politisch aktuellen Thema “Jugendkriminalität” gefunden. Einfach mal ansehen und sich amüsieren!

Jugendkriminalität

Startschuss

So, nun ist es also soweit. Ein neues Jahr hat begonnen und ich wage mich an diesen Blog heran. Ab heute möchte ich regelmäßig über meine Arbeit als Jugendreferent in Pfedelbach und die damit verbundenen Themen und Eindrücke berichten. Was tut sich in Pfedelbach? Was tut sich im speziellen in der Jugendszene von Pfedelbach und wie reagieren wir darauf? Diese und andere Fragen werden in diesem Blog behandelt werden.

Doch es soll auch darüber hinaus gehen. Was in Pfedelbach passiert, hat auch Auswirkungen auf auf die Umgebung. Anders herum natürlich ebenso. Was sich in unserer Umgebung, unserer Region, unserem Land oder in der Welt tut, hat Auswirkungen auf Pfedelbach. Meine Gedanken hierzu werden hier nachzulesen sein.

In diesem Sinne geht es los. Mal sehen wie sich alles entwickelt.